Besuch eines Swingerclubs

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Wenn wir uns in einer Beziehung befinden, so bedeutet das noch lange nicht, dass wir keine (sexuelle) Anziehung mehr zu anderen außerhalb der Beziehung verspüren. Jedes Paar kann für sich entscheiden, wie es mit dieser Anziehung umgehen möchte. Doch egal für welchen Umgang sich ein Paar entscheidet, es sollte immer miteinander über eine bestehende Anziehung außerhalb der Beziehung sprechen können. Das ist die deutlich überwiegende Meinung der Coaches und Therapeuten, denen ich während der Recherchen zu meinem Buch begegnet bin.

Paare, die offen über eine bestehende sexuelle Anziehung sprechen, laden nach Ansicht von Esther Perel den „Schatten eines Dritten“ in ihre Beziehung ein. Ihrer Erfahrung nach könne ein Paar damit bewirken, dass der Reiz einer sexuellen Begegnung außerhalb ihrer Beziehung abnimmt bis verschwindet. Andere Paare belassen es nicht dabei, sondern gehen einvernehmlich Nebenbeziehungen und Affären ein.

Einen weiteren Umgang mit sexueller Anziehung außerhalb der Beziehung stellt die Möglichkeit dar, gemeinsam einen Swingerclub zu besuchen. Das nehmen tendenziell Paare wahr, die sich weniger auf einen bestimmen Sexpartner fokussieren, sondern allgemeiner Lust auf die sexuell aufgeladene Atmosphäre haben. Das Besondere an dieser Art des Umgangs mit der sexuellen Anziehung außerhalb der Beziehung ist meiner Ansicht nach, dass das Paar diese Erfahrungen zeitglich miteinander erlebt. Es kommt als Paar in den Swingerclub und verlässt ihn als Paar auch wieder. Dadurch bleibt das „Wir“- Gefühl stark, weil es nach außen getragen wird. Selbst wenn das Paar sich auf einen Partnertausch geeinigt haben sollte, so teilt es diese Erfahrung auch miteinander. Alles, was die Partner im Swingerclub „treiben“, erleben beide unmittelbar live.

Aus den vorgenannten Gründen stellt für mich diese Art der Beziehung einen Sonderfall dar, weil sie das „Wir“ sehr klar in den Vordergrund stellt. Diese Art der Öffnung kann der monogamischen Beziehungsform zugeordnet werden, solange das Paar niemanden hinzunimmt. Und selbst wenn es jemanden oder ein anderes Paar zum Sex einlädt, bleibt das „Wir“ des Paares bestehen, das „Wir“ könnte noch als quasi monogam angesehen werden. Der gemeinsame Besuch eines Swingerclubs könnte für alle Paare erfüllend sein, die einerseits die Sicherheit und Vertrautheit einer monogamen Beziehung keinem großen Risiko aussetzen wollen und die andererseits sich aber auch mal sexuelle Abwechslung wünschen – ggf. auch mit anderen Besuchern des Swingerclubs.     

tomatolix – Dokumentation über ein Paar, das swingt

Speziell für Paare werden Events angeboten, so wie im vorstehenden Video gezeigt. Es sollte allerdings nicht unterschätzt werden, dass sich nach der Öffnung die vereinbarten Regeln – selbst wenn sie nur das Paar gemeinsam betreffen -sehr schnell ändern können. So kann aus dieser Art der Beziehung der Wunsch entstehen, sie vollständig öffnen zu wollen. Dieses Szenario sollte ein Paar bedenken und miteinander unbedingt die “Standards und Dealbraker” besprechen, bevor es einen Swingerclub besucht.

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